Zur Deutschen Meisterschaft im Streckensegelflug DMSt kann man nun im WeGlide Magazin wöchentliche Berichte nachlesen.

 

Am letzten Wochenende konnte der LSR Aalen durch einen ersten Runden Platz seinen Vorsprung in der Gesamtwertung auf die FLG Schwäbisch Gmünd ausbauen und führt die Gesamttabelle mit 142 Punkten an.

Nach zwei Wochen konnten wir die neuen Deutschen Junioren Meister küren. Gerrit Neugebauer aus Esslingen (Baden-Württemberg) ist Deutscher Junioren Meister in der Clubklasse. In der Standardklasse wurde Eric Schneider aus Hammelburg (Bayern) Deutscher Meister.

Alle Berichte zu den einzelnen Wettbewerbs Tagen, sowie Details und Hintergrundinformationen findet man auf unserer Wettbewerbs Homepage.

 

Sportleiter Bernd Schmid ist mehr als zufrieden mit dem Verlauf dieser Meisterschaft. Wir hatten einen fairen Wettkampf mit einer harmonischen, guten Stimmung bei allen, die hier mit dabei waren. 40 Teilnehmer in der Clubklasse und 30 Teilnehmer in der Standardklasse waren vertreten. Dazu kamen noch unzählige Helfer, Rückholer und Unterstützer.

Und das Wetter, welches wir in den vergangenen zwei Wochen hatten, war traumhaft, auch wenn es natürlich anstrengend war. Tatsächlich konnte an elf Wertungstagen geflogen werden. Insgesamt wurden 710 Starts mit den Schleppflugzeugen durchgeführt. Jeden Tag 72 Segelflugzeuge in rund einer Stunde hochgeschleppt (2 Flugzeuge außer Konkurrenz). In Summe wurde von den Teilnehmern dabei eine Strecke von 190.578 Kilometer, also fünf Mal um die Welt, erflogen. Das ist eben Leistungssport, auch für die Organisation durch den LSR Aalen als ausrichtenden Verein. Und es gab insgesamt nur 80 Außenlandungen während dieser Zeit.

Neben der Ehrung der Deutschen Meister wurde auch der sogenannte C Kader des Deutschen Aero Clubs und somit die Teilnehmer an der Europäischen Meisterschaft und auch an der Weltmeisterschaft neu zusammen gestellt. In der Standardklasse ist auch unser LSR Aalen Pilot Paul Schwarz dabei, der sich mit seinem hervorragenden vierten Platz in der Gesamtwertung nun auch die Teilnahme an der Europameisterschaft gesichert hat.

Paul Schwarz li. mit DAeC Vizepräsident Rudi Baucke

 

Der Luftsportring hat sich offiziell für die Ausrichtung der Junioren Weltmeisterschaften 2026 beworben. Mit dieser Deutschen Meisterschaft hat er bewiesen, dass er als Verein ein exzellenter Ausrichter ist.

Bereits zum 42. mal fand an 10 Tagen nach Pfingsten der Internationale Hockenheimwettbewerb auf dem Flugplatz Hockenheim statt. Dieser Wettbewerb ist ein fester Bestandteil des Terminkalenders von Leistungspiloten. Er beinhaltet auch die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft.

Geflogen wurde an sieben von insgesamt acht möglichen Wertungstagen. Bei Streckensegelflugwettbewerben geht es darum, in einer möglichst kurzen Zeit mit möglichst hoher Geschwindigkeit eine vorgegebene Strecke mit dem Segelflugzeug zu bewältigen. Schon immer nehmen auch Piloten des Luftsportrings Aalen mit Privat- oder Vereinsmaschinen an diesem Wettbewerb teil. Vom Luftsportring Aalen haben bei diesem Traditionswettbewerb in diesem Jahr Steffen Schwarzer und Wolfgang Gmeiner teilgenommen.

Beide sind in der 15-Meter Rennklasse gestartet. Dabei ist Steffen Schwarzer zum ersten Mal mit der neuen JS-3 mitgeflogen. Dieser Flugzeugtyp ist eine südafrikanische Konstruktion der Firma Jonkers. Dieses Flugzeug könnte in Zukunft für deutsche Konstruktionen von der Firma Schempp-Hirth aus Kirchheim unter Teck und der Firma Schleicher (Wasserkuppe; Röhn) zu einer ernsthaften Konkurrenz werden. Wolfgang Gmeiner fliegt auf einer ASG-29 der Firma Schleicher.

Steffen Schwarzer ist nach sieben geflogenen Wertungstagen mit 6120 Punkten auf dem 3. Platz gelandet. Nur 28 Punkte hinter dem Zweiten Alexander Fleckenstein vom Aeroclub Rhein-Nahe und 48 Punkte hinter dem Sieger Klaus Kalmbach aus Tübingen…

Wolfgang Gmeiner wurde mit 5540 Punkten sechster. Beide haben sich damit für die Deutsche Meisterschaft im kommenden Jahr qualifiziert. Für beide Aalener Piloten ist das eine sehr positive Platzierung. Sowohl Wolfgang Gmeiner als auch Steffen Schwarzer waren schon mehrmals Teilnehmer bei einer Deutschen Meisterschaft. Steffen Schwarzer als langjähriges Nationalmannschaftsmitglied sogar schon bei Europa- und Weltmeisterschaften. Meteorologisch war der Wettbewerb für alle Piloten vom Wetter her sehr anspruchsvoll. Ein stationäres Hoch sorgte mit Zufuhr von trockener Luft fast nur für Thermik ohne Wolkenbildung. Wolkenthermik ist jedoch eine Art Boje, die die Thermik auf der Flugstrecke anzeigt und daraus resultieren Taktik und der gewählte Flugweg der einzelnen Piloten. „Das waren keinen einfachen Bedingungen, mit denen wir es in diesem Jahr hier zu tun hatten“, so Schwarzer überglücklich nach seinem dritten Platz. Kaum Wolken, nur Blauthermik über den gesamten Zeitraum hinweg, machten die Suche nach der Thermik nicht leicht. Für Gmeiner stand besonders die gute Teamleistung mit Steffen Schwarzer im Vordergrund: „Wir haben uns vor der Meisterschaft nur kurz besprechen können und sind dann einen hervorragenden Wettbewerb gemeinsam geflogen. Gerade bei Blauthermik, bei dem es im Team viel einfacher ist, Aufwinde zu finden, waren wir spitze. Und mit meiner etwas älteren ASG-29 konnte ich dennoch gut mithalten!“ Da der Flugplatz von Hockenheim in der Rheinebene liegt, entwickelt sich dort am Vormittag die Thermik immer etwas später als im Bergland. „Der Sprung vom Rheintal in den Odenwald ist dann normalerweise nicht so einfach, weil wir ins ansteigende Gelände fliegen müssen!“ so Gmeiner. Schwarzer ergänzt, „Aber in diesem Jahr war auch im Rheintal die Basis so hoch, das wir überraschend schnell fliegen konnten, was schließlich auch zum Erfolg beigetragen hat!“ Lange Strecken ohne zu kreisen, das ist die Taktik, bei der im Leistungssegelflug hohe Durchschnittsgeschwindigkeiten erzielt werden können. Möglichst immer im Geradeausflug „im Delphinstil“ große Speed machen, Hochziehen, um dann weiter zu fliegen. Steffen Schwarzer ist ein Meister dieser Taktik.

Die Leistungsdichte der Piloten während des Wettbewerbs war so hoch, dass es gleich zweimal zwei Tagessieger gab. In den Gesamtwertungen siegten Matthias Greiner, Clubklasse, mit 6145 Punkten, Sören Nölke, Standardklasse, mit 6029 Punkten und Klaus Kalmbach, Rennklasse, mit 6168 Punkten. Die Abstände in der Rennklasse sind so knapp, dass es gerade mal 20 Punkte Unterschied zwischen dem Erst- und Zweitplatzierten waren.

Wie bei der Tennisrangliste gibt es auch im Segelflugsport eine Rangliste. Diese berücksichtigt die erzielten Platzierungen in den jeweiligen Wettbewerben, außerdem sind sechs bis acht Piloten in jeder Klasse für die Deutsche Meisterschaft im nächsten Jahr qualifiziert. Schwarzer und Gmeiner sind für den Luftsportring Aalen auf jeden Fall mit dabei.

Foto: Wolfgang Gmeiner (li.) aus Ellwangen und Steffen Schwarzer (AA-Ebnat) sind glücklich über die Qualifikation zur DM

Die Deutsche Meisterschaft der Junioren startet in Aalen-Elchingen...

 

Vortrag von Hans Hörber am 1. April 2023

Trotz Schmuddel-Wetter ließen es sich am ersten Samstag im April über 30 interessierte Pilotinnen und Piloten nicht nehmen, dem anschaulichen, reichlich mit Fakten versehenen und vielfältigen Erfahrungen gespickten Vortrag von unserem Mitglied und früheren „Technischen Leiter Segelflug“, Hans Hörber zu lauschen. Hans hatte eigens dafür einen ROTAX Demonstrationsmotor mitgebracht und konnte die technischen Zusammenhänge dadurch eindrucksvoll erklären und verdeutlichen.

Zunächst blickte er zurück, auf die über 100-jährige Geschichte von ROTAX: Das Unternehmen wurde 1920 in Dresden von dem Pionier Friedrich Gottschalk, Besitzer einer erfolgreichen Fabrik für Fahrradteile als ROTAX-WERK AG gegründet. Die bereits 1906 eingetragene Schutzmarke ROTAX leitet sich aus dem lateinischen Begriff „Rotande Axis“ (rotierende Achse) ab und geht auf die, speziell im Radsport, als besonders zuverlässig geltende und patentierte ROTAX-Freilaufnabe zurück. Auch die Geschichte des Unternehmens ist eine spannende Geschichte für sich. 1930 wurde das Unternehmen durch die Fichtel & Sachs AG übernommen und nach Schweinfurt verlegt. 1943 siedelte das Unternehmen nach Österreich über und wurde 1970 vom Bombardier-Konzern gekauft.

Unter dem Markennamen ROTAX produziert BRP-Rotax Hochleistungsmotoren für Schneeschlitten, Jet- und Sportboote, Geländefahrzeuge, Quads, Karts, dreirädrige Roadster und für Motorräder der Hersteller Aprilia, BMW, Buell und MZ sowie für leichte Sportflugzeuge, Ultraleichtflugzeuge, Tragschrauber, Motorsegler, Drohnen und Heißluft-Luftschiffe.

Die Entwicklung des inzwischen weltweit verbreiteten Flugmotors ROTAX 912 begann im Jahre 1984, die Zertifizierung folgte fünf Jahre später. Mit der Zeit entwickelte er sich zum Standardmotor der UL-Klasse. Bis zum Juni 2014 wurden 50.000 Motoren der 912er-Familie ausgeliefert. Seit 1975 wurden mehr als 170.000 Einheiten der Rotax-Aircraft-Motoren verkauft. Eine beeindruckende Zahl.

Der ROTAX 912 ist ein mit Benzin betriebener Vierzylinder-Viertakt-Boxermotor mit untenliegender Nockenwelle, flüssigkeitsgekühlten Zylinderköpfen, luftgekühlten Zylindern, hydraulischem Ventilspielausgleich, kontaktloser Magnet-Kondensator-Doppelzündung und eingebautem elektrischen Starter. Der Motor verfügt zudem über eine Trockensumpfschmierung und zwei CD-Vergaser, eine mechanische Kraftstoffpumpe sowie ein mit Überlastkupplung angeflanschtes Luftschraubengetriebe, das die Drehzahl zwischen Kurbelwelle und Luftschraube reduziert. Diese Rutschkupplung schützt auch den Motor im Crash-Fall. Aufgrund seiner konstruktiven Auslegung ist der Motor nicht für den Kunstflug geeignet.

Gebaut wird er in den Varianten 912 A/F/UL mit 59,6 kW (80 PS), 912 S/ULS mit 73,5 kW (100 PS) sowie den mit Turbolader ausgestatteten 914 F/UL mit 84,5 kW (115 PS).

Seit 2012 wird die Serie 912 I produziert. Dieser Motor ist mit einem Engine-Management-System (EMS) ausgestattet, das für die optimale elektronische Zündung und Einspritzung sorgt. Das Kraftstoffsystem wird von zwei redundanten elektrischen Kraftstoffpumpen versorgt. Zur I-Serie gehören die Modelle 912 IS und 912 ISC Sport.

Rotax Flugmotoren stehen für herausragende Leistung, hohe Qualität, Zuverlässigkeit, geringen Spritverbrauch und reduzierte Schadstoff-Emissionen. Alle Rotax Flugmotoren sind zugelassen für den Betrieb mit Ethanol 10, MOGAS und AVGAS.

Hans behandelte alle wichtigen Komponenten des Rotax-Antriebs, gab wertvolle Tipps und berichtete über eigene Erfahrungen, z.B. als er eine auf einem Modellflugplatz gestrandete UL-Maschine eines Charter-Piloten zum Erstaunen der Modellflieger wieder in die Luft brachte – selbstverständlich nach eingeholter Wiederstart­genehmigung.

Unsere Motorflugzeuge vom Typ Aquila A210, der Motorsegler Super Dimona, sowie alle UL-Flugzeuge des Luftsportrings sind mit Rotax-Motoren ausgerüstet. In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu wissen: Unser Motorsegler KLSR mit dem ROTAX 914 Turbo hat keine mechanische Benzinpumpe, dafür aber zwei redundante elektrische. Würde jedoch der Generator ausfallen, ist damit zu rechnen, dass mangels Energie nach einigen Minuten auch die Benzinpumpen stehenbleiben.

Nach kurzweiligen 90 Minuten „Nonstop-Flug“ durch die Rotax-Welt, erhielt Hans viel Beifall, Lob und Anerkennung. Dies drückte sich auch in persönlichen Nachgesprächen mit einigen Teilnehmern aus. Mit diesem Vortrag wurde damit auch das Winterprogramm 2022/23 abgeschlossen.